Die Kinogeschichte von Kirchheim unter Teck ist geprägt von einer über 75-jährigen Tradition, zahlreichen Spielstätten und dem Engagement insbesondere der Familie Frech.
Frühe Jahre und erste Kinos
Bereits 1926 eröffneten die Teck-Lichtspiele, die bis 1965 existierten und in ihrer Blütezeit bis zu 520 Sitzplätze boten [1]. Ein weiteres frühes Kino befand sich in der Dettinger Straße 3, das 1927 seinen Betrieb aufnahm und 1965 geschlossen wurde [2].
Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg
1949 begann Richard Frech mit einem Wanderkino, das Filme in Dorfwirtschaften und Gemeinderäumen der Region zeigte [3][4][5]. 1955 pachtete er eine Scheune in der Dreikönigstraße und baute sie zum Central-Kino um. Im selben Jahr eröffnete Gundel Schneider das Stadtkino im Zentrum mit 550 Sitzplätzen [6].
Hochzeit der Kinos
Mitte der 1950er Jahre gab es in Kirchheim über 2.500 Kinositzplätze bei rund 22.000 Einwohnern – statistisch besuchte jeder Einwohner 23 Mal pro Jahr ein Kino [3]. 1960 übernahm Richard Frech das Tyroler-Kino am Postplatz, das er 1968 kaufte und um ein Tanzcafé im ersten Stock erweiterte [3][7].
Krise und Wandel
Ab den 1960er Jahren setzte das Fernsehen den Kinos zu, später auch Videokassetten und DVDs [ 3]. Das Tyroler wurde 1981 um das Tyroler 2 erweitert; Tyroler 1 schloss 1985 [3]. Das Universum-Kino in der Dettinger Straße wurde von 1974 bis zu seinem Abriss zehn Jahre später von der Familie Frech betrieben [3]. Von 1979 bis 2002 führte die Familie auch das Stadtkino [3].
Neuzeit und Schließungen
Nach dem Tod von Richard Frech 1991 führten seine Familie und später die Söhne Eberhard und Wolfgang das Kino weiter, setzten auf ein anspruchsvolles Programm und investierten in Technik und Digitalisierung [3]. Für ihr Engagement erhielten sie 18 Jahre in Folge Auszeichnungen für das Jahresfilmprogramm [3]. 2022 gab es in Kirchheim nur noch 194 Kinosessel bei fast 42.000 Einwohnern [3]. Im September 2023 lief im Tyroler der letzte Film; das Kapitel Kinogeschichte Kirchheims schloss sich damit vorerst [4][5].
Erinnerung und Zukunft
Zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem Tyroler – wie Projektoren, Sessel, Filmspulen – wurden dem Stadtmuseum übergeben und sollen ab 2028 in einer Dauerausstellung im Kornhaus gezeigt werden [4][5][7]. Der Verein Kommunales Kino Kirchheim arbeitet an Konzepten für einen zukünftigen Spielbetrieb [4][7]. Das beliebte Sommernachtskino auf dem Martinskirchplatz trägt weiterhin zur Kinokultur der Stadt bei [8].
Wichtige Kinos in Kirchheim unter Teck (historisch & aktuell):
| Name | Eröffnung | Schließung | Besonderheiten |
| Teck-Lichtspiele | 1926 | 1965 | Bis zu 520 Plätze, mehrfach erweitert [1] |
| Kino Dettinger Str. | 1927 | 1965 | Frühes Kino, mit Haus abgerissen [2] |
| Central-Kino | 1955 | 2023 | Umgebaute Scheune, Familie Frech [3] |
| Stadtkino | 1955 | 2002 | 550 Plätze, später von Familie Frech betrieben [3][6] |
| Tyroler(-Kino) | 1949 | 2023 | Kultkino am Postplatz, Tanzcafé, Familie Frech [3][4][5][7] |
| Universum-Kino | 1974 | ca. 1984 | Dettinger Straße, von Familie Frech gepachtet [3] |
Fazit: Die Kinogeschichte Kirchheims spiegelt den Wandel der Kinokultur in Deutschland wider – von der Nachkriegsblüte über die Krise durch neue Medien bis hin zur Bewahrung als kulturelles Erbe und der Hoffnung auf neue Formen des Kinobetriebs in der Zukunft [3][4][5][7].
- http://www.allekinos.com/KIRCHHEIMTECKTeck.html
- https://www.dreyfuess.de/Kirche5.htm
- https://www.teckbote.de/nachrichten/kirchheim/die-geschichte-einer-familie-die-sich-dem-film-verschrieben-hat_arid-321541.html
- https://www.esslinger-zeitung.de/inhalt.wie-geht-es-mit-dem-tyroler-weiter-kirchheims-kultkino-ist-geschichte-jetzt-wird-an-plan-b-gefeilt.ce5d16da-8eca-4b46-8739-50c529c6f03d.html
- https://www.teckbote.de/nachrichten/kirchheim/das-tyroler-erwacht-zu-neuem-leben_arid-503124.html
- http://allekinos.com/KIRCHHEIMStadtkino.html
- https://www.kirchheim-teck.de/de/Aktuelles/Stadtnachricht?view=publish&item=article&id=9254
- https://sommernachtskino.com